Der bunteste und auch verrückteste Geburtstag meines Lebens

Der bunteste und auch verrückteste Geburtstag meines Lebens

Der bunteste und auch verrückteste Geburtstag meines Lebens 1920 960 Mentalwerker.de

In den letzten Stunden musste ich feststellen, dass auch in Nepal manchmal das Chaos regiert. Doch wir machten aus der Not eine Tugend, durften an dem unglaublich fröhlichen und bunten Fest buntesten und auch verrücktesten Geburtstag meines Lebens teilnehmen und so erlebte ich unverhofft wohl den buntesten und auch verrücktesten Geburtstag meines Lebens.

Chaos und kein Ende in Sicht

Zurück in der Abfertigungshalle warteten wir auf unser Gepäck, das nun vom Rollfeld wieder zurück in die Halle gebracht wurde. Die Flughafenhalle füllte sich langsam immer mehr und überall standen nun wartende Reisende an, um an Informationen oder ihr Gepäck zu gelangen. Dann begann das große Chaos.

Die ersten Koffer kamen an und das Flughafenpersonal versuchte anhand der Nummern auf den Gepäckstücken, diese an ihre Besitzer zu verteilen. Allerdings standen die Koffer und Taschen hinter den Abfertigungsschaltern, sodass man das Gepäck nicht sehen konnte, welches gerade seinen Besitzer suchte. Das Ganze versuchten sie genau drei Minuten, denn dann begann der Unmut der Passagiere ins Unermessliche zu steigen. Die ersten lauten Rufe machten deutlich, was vom Flughafenpersonal gefordert wurde.

Es entstand ein immer größeres und unüberschaubares Chaos, was darin endete, dass die Abfertigungsschalter gestürmt wurden und sich jeder sein Gepäck einfach selbst suchte. Mit diesem ging es dann wieder raus aus dem Flughafen und rein in verschiedene Kleinbusse. Auf den Bussen stand „Radisson Hotel“ und wir hofften, auch dorthin zu gelangen. Nach einer halben Stunde standen wir in der dazugehörigen Lobby in Kathmandu und niemand wusste, wie es nun weitergehen würde. Das wirklich nette Personal vertröstete uns die ersten 30 Minuten und schickte uns zum Frühstück. Das war wirklich nach den letzten Tagen der Kulturschock schlechthin. Es gab hier alles und das in Hülle und Fülle! Nur eines gab es nicht: eine klare Ansage, wie es nun weiter geht. Wir bekamen ein Zimmer und uns wurde gesagt, dass wir nun bis 17.00 Uhr Zeit hätten, da vorher kein Flugzeug Nepal verlassen würde.

In fünf Stunden geht ein Flugzeug

Wir entschieden uns nochmal, in die tolle Innenstadt von Kathmandu zu gehen, riefen Gregor an und sagten ihm, wir könnten uns in der Tom-und-Jerry-Bar treffen. Er war irritiert, kam und war überrascht, dass wir wirklich anwesend waren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er noch nichts vom Flugzeugunglück in Kathmandu gehört. Auch Bikram, unser Guide, kam dazu und wir verbrachten noch einen tollen Tag in Kathmandu. Allerdings auch mit einem etwas wehmütigen Blick, da ich zu Hause erwartet wurde und auch gern bei meiner Familie gewesen wäre.

Um 17.00 Uhr waren wir wieder im Hotel und bekamen die Ansage, dass heute kein Flug mehr ginge, aber in der Früh um Fünf abgeholt würden und dann zurück fliegen könnten. Also gingen wir wieder in die City, trafen uns mit Gregor und Bikram und ließen unseren letzten Abend in Kathmandu nett ausklingen.

Kommen sie um 11 Uhr wieder

Am nächsten Morgen standen wir um 5 Uhr morgens fertig mit Gepäck in der Lobby des Hotels. Am Hotel-Tresen wurde uns mitgeteilt, dass erst um 11 Uhr ein Flugzeug aus Nepal fliegen würde. Das war keine so gute Nachricht, denn irgendwie warteten wir nun schon einen Tag auf unseren Rückflug und die Zeit wurde langsam auch knapp, denn nicht nur mein Geburtstag stand unmittelbar bevor, nein auch ein gebuchter Feuerlauf war für die kommenden Tage angesagt. Nun, ich mache es mal kurz an dieser Stelle. Ich habe weder meinen Geburtstag noch den Feuerlauf in Deutschland erlebt. Wir wurden stattdessen alle fünf bis sechs Stunden ins Hotel gebeten, nur um zu erfahren, dass am gleichen Tag nichts mehr fliegen würde.

Happy Holi 

Heute war nun mein Geburtstag, ich war in Kathmandu und zu Hause wartete die Familie – was für ein Scheißtag! Ich rief zu Hause an und sagte, dass auch heute kein Flug nach Deutschland gehen würde und ich meinen Geburtstag leider hier verbringen müsse. Sie waren natürlich wenig begeistert, der erste Geburtstag, an dem ich für meine drei kleinen Kinder nicht zu Hause war. Doch irgendwie war der Tag hier für alle etwas anders.

Schon in der Hotellobby war alles ziemlich bunt und überall waren Farben verteilt. Uns wurde gesagt, dass, wenn wir heute in die City gehen würden, wir uns alte Sachen anziehen und nur das Notwendigste mitnehmen sollten. Es war unglaublich! Überall liefen bunte Menschen herum. Wir waren innerhalb von zehn Minuten bunt, nass und auch wirklich total entspannt und hatten unseren Spaß.

Kleine Kinder kamen und bemalten uns, andere schütteten eimerweise Wasser und buntes Farbwasser auf Passanten, andere schmissen mit Wasserbomben und mit buntem Wasser nach allen, die dort liefen. Überall war laute Musik zu hören, alle lachten und waren freundlich. Für mich war es sehr witzig, denn solch eine große Geburtstagsparty hatte ich noch nie erlebt! Nach vier Stunden waren wir wieder im Hotel und wurden mit lautem Lachen und Klatschen empfangen. Das dicke Ende kam aber noch! Versuch mal, diese Farbe wieder abzubekommen. Dazu aber dann nächsten Donnerstag mehr und ich verrate auch, wann und wie ich dann wieder nach Hause kam.

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