Farbenfest Happy Holi und Rückflug nach Berlin

Farbenfest Happy Holi und Rückflug nach Berlin

Farbenfest Happy Holi und Rückflug nach Berlin 1920 960 Mentalwerker.de

Bunt im Zimmer vom Farbenfest Happy Holi zurückgekommen, ging es kurz zum Duschen und dann zum Essen. Doch wurde aus dem kurzen Duschen eine doch längere Strapaze, denn die Farbe wollte einfach nicht wieder abgehen. Allerdings stand uns noch ein ganz anderes Drama bevor: Unser Rückflug verspätete sich um mehrere Tage, bis wir das Land gen Heimat verlassen durften.

Nachdem wir bemerkt hatten, wie schwer sich die Farbe wieder vom Körper und aus dem Gesicht abwaschen ließ, wurde uns nun auch klar, warum wir in der Lobby so gefeiert worden waren. Es ging nicht um unsere bunten Gesichter, es ging viel mehr um das Waschen danach. Nach gut 30 Minuten war dann der Großteil der Farbe doch ab und mit der verbliebenen Farbe konnten wir zum Essen gehen. Dort trafen wir einige Bunte wieder, die wir zuvor in Kathmandu noch unbunt gesehen hatten. Am Nachmittag gingen wir noch einmal nach Kathmandu, ließen uns erneut bemalen und feierten mit allen Menschen hier auf den Straßen. Ein kleines bisschen Hoffnung hatten wir noch, dass wir an diesem Tag noch nach Deutschland fliegen würden, aber leider blieb der Flughafen geschlossen.

The same procedure as every day 

Am Abend wurde plötzlich der Flug abgesagt und uns mitgeteilt, dass am Morgen der Flughafen wieder aufmachen würde. Am nächsten Morgen erklärte man uns, am Mittag werde der Flughafen wieder öffnen. Am Mittag wurde uns dann gesagt, am Abend würde der Flughafen seinen regulären Betrieb aufnehmen. Nichts von alledem geschah. So ging es zwei weitere volle Tage lang.

Der Flughafen ist offen

Am vierten Tag wurde uns diesmal angekündigt, dass am darauffolgenden Morgen in der Lobby eine Liste mit den Namen hängen würde, die als erstes ausgeflogen werden. Am nächsten Morgen um 5 Uhr ging ich hoffnungsvoll in die Lobby und suchte vergebens meinen Namen auf der Liste. Ich war also nicht dabei und was das bedeutete und was da noch kommen sollte, war nicht klar. Sonst wäre ich wohl einfach mit zum Flughafen gefahren und hätte dort darauf bestanden, mitfliegen zu dürfen. Nachdem nun also auch die ersten aus unserem Hotel ausgeflogen wurden, wollten wir nun endlich wissen, wann wir an die Reihe kämen, den Weg nach Hause anzutreten.

Totales Theater 

Doch nun ging der Wahnsinn erst richtig los! Unser Hotel verlangte, wir sollten auschecken und nach Kathmandu zum Schalter von Turkish Airlines  gehen und unsere Tickets holen. Nachdem wir endlich am Büro von Turkish Airlines angekommen waren, standen dort in der prallen Sonnen schon zig Menschen und wollten ein Ticket für den Flug nach Deutschland buchen.

Welch ein Stress! Es gab eine Treppe zum Büro, auf der mindestens 100 Menschen standen, oben im Büro riefen die Mitarbeiter von Turkish Airlines die Passagieren der einzelnen Tage auf. Alle, die eigentlich am 4.3. hatten fliegen sollen, wurden gebeten, sich nun oben im Büro zu melden.

Allerdings: Diejenigen Touristen, die auf der Treppe verharrten, ließen niemanden durch, da sie ja selbst gern so schnell als möglich zurück fliegen wollten! So entstand ein absolutes Chaos und nichts ging mehr. Im Büro erschienen keine Passagiere und unten auf der Treppe machte sich gleichzeitig Unmut breit angesichts der Frage, warum niemand im Büro abgefertigt wurde. Nach gefühlten zwei bis drei Stunden und Beschimpfungen in sämtlichen deutschen Dialekten kam endlich jemand und fragte nach den Hotelgästen aus dem Raddison Hotel. Man, waren wir erleichtert, als es hieß, wir hätten unsere Tickets, sollten ins Hotel zurück unsere Sachen holen und dann umgehend zum Flughafen fahren!

Ihrer Ausreise wurde heute zugestimmt

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann am Flughafen an. Um es zeitlich zu beschreiben: Von der Info, dass unser Flug geht bis zur Ankunft am Flughafen vergingen sieben Stunden. Nun hoffte ich doch noch, am selben Tag Richtung Heimat ausfliegen zu können. Angekommen am Flughafen, standen wir erst einmal vor einer Ansammlung von Menschen, wie ich sie in Nepal vorher nie gesehen hatte. Nach kurzem Überschlag war auch klar: Es sammelten sich um die 50.000 Menschen an, die alle nur eines im Sinn hatten: nach Hause zurückzukehren. Und alle wollten sie ein Ticket für ihren Flug.

Wir suchten den Schalter der Turkish Airlines, um einzuchecken. Doch weit gefehlt, denn vor uns wartete eine riesenlange Schlange! Vorn standen die wenigen, die erst seit ein oder zwei Tagen auf ihren Rückflug warteten. Hinten standen die, die seit nunmehr fünf Tagen auf Ihren Rückflug warteten. Und was soll ich sagen? Am Checkin-Schalter warteten die Mitarbeiter auf die Fluggäste vom 4. und 5. März, um ihnen die Tickets für den Rückflug zu geben. Diese kamen aber von ganz hinten nicht nach vorn durch. Irgendwann folgte schließlich doch die Erlösung! Es wurde ein zusätzlicher Schalter eröffnet – nur für uns! Das Gefühl, nach Hause zu dürfen, war grandios. So ähnlich muss es sich für die Menschen 1989 in der Botschaft in Prag angefühlt haben, dachte ich noch. Erleichterung, Freude und Erschöpfung machten sich breit.

Angekommen

Der Flug verzögerte sich um weitere drei Stunden, aber dann saßen wir endlich im Flugzeug. Doch das Flugzeug war nicht einmal komplett voll, es gab noch freie Plätze und wir fragten uns, was das sollte. Zig Menschen warteten draußen noch darauf, ausfliegen zu dürfen und die Organisation war so schlecht, dass der Flieger nicht einmal ausgelastet war? In Istanbul angekommen, bekamen wir gleich unseren Anschlussflug nach Berlin und so ging mein Abenteuer Nepal doch noch glücklich zu Ende. Ich rechnete nicht damit, so schnell wieder in den Nepal zu fliegen. Aber dazu dann nächsten Donnerstag mehr, den Stand der Dinge und die letzten Vorbereitungen für meine Nepalhilfe.

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