Pferde als Trainer für Führungskräfte

Das Pferd als Trainer

Pferde als Trainer für Führungskräfte

Pferde als Trainer für Führungskräfte 1024 683 Mentalwerker.de

Ich war schon bei vielen unterschiedlichen Trainern, doch ein Pferd war noch nie mein Trainer.  Was ich erlebt habe, welche AHA Erlebnisse es gab und warum ich es nur jedem empfehlen kann.


Wie groß sind denn Ponys?

Fünf andere Führungskräfte trafen sich mit mir am Rand von Berlin zu einem Seminar der besonderen Art. Schon die Location war besonders, eine Reithalle in Berlin Grunewald. In einer Ecke standen Stühle, die in dieser großen Halle eher wie Stühle aus einer Puppenstube wirkten. Nach einer ganz kurzen Vorstellungsrunde und einer längeren Einweisung, ging es auch los, Pferde holen. Wir gingen aus der Halle raus zu einer kleinen Vorkoppel und holten die Pferde. Vier Pferde, ein Pferd etwas größer und die anderen drei doch angenehm groß. Ich wunderte mich dann nur, warum die Trainerin die ganze Zeit von Ponys sprach, denn so große Ponys kannte ich nicht.  Wir nahmen die Ponys dann an die Leine und gingen in die Reithalle. Auf den 30 Metern bis zur Reithalle überlegte ich mir schon, wie ich mit den Ponys arbeite, ohne mich zu verletzen. Denn auch wenn sie für den einen Ponys sind, waren sie für mich schon Pferde.

Führungskräfte, wer führt eigentlich?

Wieder in der Reithalle angekommen, ging es auch gleich zur Sache. Zum Glück waren ja mehr Teilnehmer als Ponys vor Ort und so konnte ich erstmal mit genügend Abstand zu sehen, wie die anderen das so machen. Die Ponys hatten ihr Geschirr um und wurden an einer kurzen Leine durch die Halle geführt.  Ich bekam dann »mein erstes Pony« und durfte mit ihm durch die Halle laufen. Nach kurzem angucken und beschnuppern ging es dann auch los und was soll ich sagen, Super das Pony lief neben mir, als wenn wir noch nie was anderes gemacht hätten. Eine unserer Aufgaben war, das Pony zu führen, links, rechts, vor, zurück und anhalten. Dabei kam es darauf an, klar zu zeigen, wer der »Bestimmer« ist. Meine Aufgabe war es nun, Kommandos zu geben und für deren Einhaltung zu sorgen, nicht leicht bei 400 Kilo Lebendgewicht. Aber auch das ging und mein Pony machte alles mit und lernte schnell, was ich von ihm wollte.  Wobei sich hier die Frage stellt, lernet das Pony von mir, oder lernte ich von dem Pony? Denn ich bekam immer ein sofortiges Feedback auf meine Führung und lernte wohl so die richtige Führung für jedes einzelne Pony. So kann ich sagen, ich wurde geführt, um zu führen.

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Führungsstile, oder beweg mal was, was nicht will.

Es gab Unterschiede, sowohl bei der Führung der Teilnehmer als auch beim führen der Ponys. Einige liefen weiter vor dem Pony, einige eher auf Schulterhöhe, einige dicht dran auf Tuchfühlung andere mit etwas Sicherheitsabstand. Für mich ergab sich eine Führung auf Höhe der Schulterhöhe mit direktem Körperkontakt, so hatte ich das Gefühl mit dem Pony gut klar zu kommen und das Pony auch mit mir.  Mitten in unsere Eintracht kam die neue Aufgabe, nun sollte ich vorne weggehen und mein Pony am Strick »hinterher ziehen«.  Das taten »wir« auch, war für mich nicht so der Knaller, ich sah keine Notwendigkeit vorweg zu gehen. Dem Pony war es auch nicht so recht, es versuchte immer wieder in die bekannte Position direkt neben mir zu kommen. Ich musste ihm dann klar machen, dass das jetzt so nicht geht. Nachdem wir alle unsere Runden gedreht hatten, trafen wir uns mit den Ponys und besprachen kurz unsere Runden als Führungskräfte. Dabei erklärte uns der Trainer anhand des Ponys  drei Führungsstile. Den, des Vorauseilens, des Partnerschaftlichen, und des Antreibens. Vorauseilen ist klar, ich »ziehe« das Pony, bei dem Lebendgewicht ist das nicht so leicht. Bei dem Antreiben stehe ich hinter dem Pony und schiebe es,  das hab ich gleich gelassen. Die partnerschaftliche Führung war mir hier am liebsten, Kontakt zum Pony und trotzdem Richtung und Tempo vorgeben, ohne es zu verlieren. Denn beweg mal was, was nicht bewegt werden will.

Zirkeln, oder einmal Fronten klären. 

Bis hierher war ich total entspannt und zufrieden mit mir und meinem Pony. Alles hat gut funktioniert, mein Pony war nett zu mir, wir haben uns gut verstanden und irgendwie war es, so als wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin.  Was sollte also noch kommen?  Es kam, nein es ging jetzt erst los. Unser Trainer erklärte uns die nächste Aufgabe:  zirkelt das Pony, um es dann Leinenlos führen zu können. Bitte was?  Er nahm sich ein Pony, machte es an eine längere Leine und versuchte es um sich laufen zu lassen. Der Trainer als Mittelpunkt und das Pony um ihn herum. Nach kurzer  Diskussion zwischen Trainer und Pony ging es  und das Pony lief im Kreis um den Trainer. Dann machte er es ab und es lief mit ihm mit, ohne Kommandos ohne Leine. Jetzt waren wir dran. Ich bekam ein Pony, was mit einem anderen Teilnehmer nicht so recht wollte. Nahm es an die lange Leine und versuchte es um mich laufen zu lassen. Mit langer Leine ging es nicht, also nahm ich den Kontaktzirkel (das Pony ging mit Körperkontakt im Kreis um mich), das ging einfacher und wir schafften zwei Runden. Dann guckte ich das Pony an, sagte, ich hab kein Bock mehr auf drehen, komm einfach mit mir mit. HAHAHA  was soll ich sagen, ich hatte nen neuen Freund, der mir folgte, wie cool war das denn. Übertragend gesehen, machen wir das in unserem Leben doch täglich, wir gehen auf den anderen zu, Pegeln uns ein, stimmen uns ab schaffen Vertrauen. Pferde sind Fluchttiere und brauchen eine gute Führung, deshalb auch das Training mit den Pferden und nicht mit Hund und Co.

Der Transfair, vom Pony zum Pferd zur Führungskraft 

Super, die Übung hat funktioniert, die Ponys durften zurück und ich dachte Auswertung und ab ins Büro, aber nein. Jetzt kam der Trainer mit zwei Pferden. So Pferde, Schulterhöhe 180 cm und mal eben 700 Kilo Gewicht. Ich setzte mich erstmal und guckte mir die doch riesigen und schwereren Tiere aus der sicheren Distanz an. Der Trainer kam und sagte, als wenn nix wäre,  jetzt dasselbe mit den Pferden. Waaas, ich soll jetzt dieses Riesenpferd mit dem kleinen Band durch die Halle führen, ohne Schutz und so?  Zum Glück waren ja noch andere Teilnehmer dabei, die auch Pferdeerfahrung hatten und haben sich die beiden Pferde geschnappt und sind mit denen durch die Halle, als wären es  Ponys.  Dann war es soweit, ich durfte ein Pferd führen. Nach kurzen angucken und anriechen ging es dann los, einmal quer durch die Halle, links, rechts… Hm war ja ganz einfach, dann das Pferd mal ohne Leine und sieh da es hielt an, bog ab und folgte mir. Wie cool war das denn? Es ist also egal wie groß oder klein die Aufgabe ist, der wir uns stellen, entscheidend für die Machbarkeit sind allein wir und unserer Einstellung und Haltung.

Fazit, oder warum alle das mal machen sollten.

Spannend war es  zusehen, wie die Tiere auf meine Führung reagiert haben. Ein Pony war der Meinung mir am Arm zu kauen, da ich beim Führen mich nicht auf das Führen sondern auf ein Gespräch mit einem anderen Teilnehmer konzentriert hatte.  Es war spannend, zu sehen, wie Führung funktioniert. Welche Ängste sich ergeben vor der Aufgabe und wie diese Ängste überwunden werden können. Ich hätte am Morgen niemals gedacht, neben 700 Kilo Lebendgewicht entspannt zu laufen nur mit dem Vertrauen in meine Führung. Die Aufgaben die wir in unserem Leben bekommen sind so unterschiedlich wie die Tiere, die ich hier erleben durfte. Die Lösungen sind ebenso unterschiedlich, eines jedoch ist bei allen gleich, die Achtung vor der Aufgabe, der Mut, der aufgebracht werden muss, die Umsetzung und das Durchhalten. All diese Komponenten sind entscheidend und nicht nur für Führungskräfte. Dazu die Intuition, oder die Erfahrung wann setze ich welchen Führungsstil ein, mit welchem fühle ich mich wann am wohlsten.

Ich kann es Euch wirklich empfehlen, an diesem Training teil zunehmen, tolle Trainer, tolle Tiere, tolle Teilnehmer und eine Erfahrung, die Ihr Euer Lebtag nicht vergessen werdet. Hier geht direkt zur WAY ACADEMY.

Danke Simone und Wolle für diese Learning.

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